Ausgangslage
Kinder und Jugendliche mit komplexen Hilfebedarfen stellen Fachkräfte vor Situationen, in denen Belastungen, Ressourcen, Beziehungen, institutionelle Bedingungen und Schutzfragen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Tragfähige Entscheidungen entstehen dabei weder aus vorschnellen Diagnosen noch aus einzelnen Methoden, sondern aus einem vorläufigen Fallverständnis, professioneller Beziehungsgestaltung und abgestimmtem Handeln.
Die dreitägige Fortbildung verbindet vier Handlungsebenen: Verstehen, tragfähige Beziehungen gestalten, Entwicklung fördern und professionell intervenieren. Ein mehrstufiger Ankerfall führt durch alle drei Tage und ermöglicht, fachliche Einordnungen, Förderziele, Kriseninterventionen und Kooperationsentscheidungen schrittweise zu erarbeiten und zu überprüfen.
Für wen ist die Fortbildung gedacht?
Quereinsteiger:innen und sozialpädagogische Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe, die ihre Handlungssicherheit im Umgang mit komplexen Hilfebedarfen vertiefen möchten.
Nach der Fortbildung können die Teilnehmenden …
- Beobachtungen, Perspektiven, Belastungen, Ressourcen und institutionelle Bedingungen zu einem vorläufigen Fallverständnis verbinden
- tragfähige Beziehungsangebote sowie alltagsnahe und beteiligungsorientierte Förderziele begründen
- Konflikt-, Krisen- und Schutzsituationen differenziert einordnen und verhältnismäßige Interventionen entwickeln
- Kooperation, Zuständigkeiten, Hilfeübergänge und Wirkungsprüfung nachvollziehbar strukturieren
Mögliche Inhalte
- Belastungssensibles und mehrperspektivisches Fallverstehen ohne vorschnelle Diagnosen
- Sicherheit, Verlässlichkeit, Beteiligung und professionelle Grenzen in der Beziehungsgestaltung
- Haltekompetenz und institutionelle Haltequalität
- Ressourcen, Schutzfaktoren, Selbstwirksamkeit und alltagsnahe Förderung
- Gesprächsführung, beteiligungsorientierte Förderziele, Hilfeplanung und Wirkungsprüfung
- Konflikt- und Krisendynamik, Deeskalation und priorisierte Akutintervention
- Schutzbedarf, Risiko, Verhältnismäßigkeit und geregelte fachliche Abklärung
- Kooperation, Hilfestabilisierung, Hilfeabbruch, Übergang und Beendigung
Arbeitsweise und Format
Das ausgearbeitete dreitägige Format umfasst 21 Unterrichtseinheiten. Kurze fachliche Rahmungen wechseln mit Einzelreflexion, moderierter Fallarbeit, Kleingruppenphasen und Ergebnissicherung. Ein fortlaufender Ankerfall und strukturierte Arbeitsinstrumente verbinden die Lernschritte; Grundaufträge geben Orientierung, Vertiefungsfragen ermöglichen die Differenzierung nach Erfahrungsstand.
Die Konzeption eignet sich insbesondere für eine interaktive Online-Fortbildung. Zielgruppe, Praxisfelder und Transferfragen können für die konkrete Ausschreibung angepasst werden.